Projektbeschrieb

Eine mangelhafte Versorgung der Bevölkerung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser und Sanitäranlagen behindert ganz wesentlich die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der urbanen Bevölkerung in ganz Afrika. Ziel der Vision ist die nachhaltige Versorgung ruraler Zonen mit hygienisch unbedenklichen Trinkwasser Hotspots. Damit soll unter anderem ein direkter Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitssituation geleistet werden. Zielgruppen sind vorerst die urbane Bevölkerung sowie Spitäler und Schulen in Kenya. Die einzelnen Schritte umfassen Sofortmassnahmen zum Aufbau und Betrieb einer langfristig funktionierenden Trinkwasserversorgung.

Leitziele und Bestrebungen von CWC (Clean Water Company gGmbH iGr):

  • ein umfassendes Produkt von der Wassererschliessung über die Verarbeitung bis zur
    Wasserverteilung anbieten
  • die Qualität von Wasserversorgungen in ruralen Gebieten in jeder Hinsicht verbessern
  • sauberes Wasser zu erschwinglichen Preisen für jede Bevölkerungsschicht bereitzustellen
  • durch den eigenen Betrieb der Brunnen und Wasseraufbereitungsanlagen eine langfristige
    Nutzung der Trinkwasserversorgungen gewährleisten
  • mit Wissenstransfer und Schulung vor Ort die rurale Bevölkerung für die Themen
    Trinkwasser, Landwirtschaft, Bewaldung, Nutzholz und Hygiene sensibilisieren

Das Vorgehen in 4 Schritten:

1. Standortevaluation
Nach Eingang der Anfrage wird der Standort / Ortschaft anhand einer detaillierten Checkliste vertieft überprüft und diverse Recherchen durchgeführt. Bei positivem Ausgang gibt es Meetings vor Ort mit dem Dorfvorstand und der Bevölkerung. Das System der CWC Trinkwasserversorgung wird den Anwesenden bis ins Detail vorgestellt. In Kooperation mit der Bevölkerung wird der zukünftige Wasserpreis ausgehandelt und festgelegt. Der ausgehandelte Wasserpreis, der Wasserbedarf und die Kosten der Brunnenbohrung sind wichtige Kriterien bei der Projektkalkulation. Gleichzeitig werden mögliche Bohrpunkte evaluiert und mit den Grundstücksbesitzern einen Vorvertrag abgeschlossen. Für das weitere Vorgehen wird ein detaillierter Finanzplan erstellt, welcher über GO OR NO-GO entscheidet. Bei einer positiven Planbilanz wird eine bestimmte Fläche vom Grundstücksbesitzer erworben und im Grundbuch eingetragen. Sie dient zukünftig als Wasserschutzzone. Gleichzeitig kann auf dieser Fläche ein
oder mehrere Container zur Wasser- Aufbereitung und Abgabe aufgestellt werden. Nach dem Eintrag im Grundbuch wird bei der Regierung die Bohrbewilligung eingeholt.

2. Brunnenbohrung
Nach dem Erhalt der Bewilligung erfolgt die Brunnenbohrung mit Einbau der technischen Installationen nach unseren Vorgaben. Diese Arbeiten erfolgen unter der Aufsicht CWC. Der Brunnenbau- Ausführung und Ausrüstung wird nach Norm DVGW (Deutscher Verein des Gas und Wasserfaches e) ausgeführt. Mehrere Laborprüfungen vom gefassten Wasser bestimmen den technischen Ausbau der Aufbereitungsanlage.

3. Installation der Wasseraufbereitungsanlage
Bereits während der Brunnenbohrung wird das erworbene Areal mit einem starken Zaun umgeben. Gleichzeitig werden die nötigen Fundamente für den 20 Fuss Container und
Wasservorratsbehälter einschliesslich der Grabarbeiten für die Wasserleitung und Elektroanschluss erstellt (alternativ kann die Anlage mit Solarenergie betrieben werden). Nach der erfolgreichen Brunnenbohrung wird der Container angeliefert und mit den Betonfundamenten fest verbunden. Im Container befindet sich die fertig montierte und geprüfte Wasseraufbereitungsanlage. Die Wasser- und Elektroleitungen, GSM Modul werden im Container an den vorgesehenen Stellen gekoppelt und verbunden. Die Anlage kann nun in Betrieb genommen werden.

4. Betrieb
Seitwärts am Container befinden sich Wasserbezugs- oder Zapfstelle, ähnlich einer Tankstellenanlage. Die Wasserabgabe erfolgt auf Vorkasse, einem ausgeklügelten Prepaid System. Jede Zapfstelle ist mit einem berührungslosen Kartenleser ausgerüstet. Der Wasserkonsument kann mit seinem Handy einen bestimmten Betrag über die CWC
Verwaltungsstelle auf seine Karte laden. Nach der erfolgten Ladung kann der Konsument solange Wasser beziehen, wie Guthaben auf seinem Wasserkonto vorhanden ist. Ein zertifiziertes Wachdienstunternehmen bewacht die Anlage und das umzäunte Areal während 24 Stunden und sieben Tagen. Tagsüber während der Wasserabgabezeiten wird die Anlage durch geschultes Personal zusätzlich betreut und beaufsichtigt. Jeder Standort ist direkt über das GSM Netz mit der zentralen Verwaltung verbunden. Produktion, Wasserabgaben, Störungen oder unvorhergesehene Ereignisse werden online übermittelt. Bei einem GSM Netzausfall arbeitet die Anlage eine bestimmte Zeit autonom. Die jeweiligen Wasserabgaben und andere betriebsrelevante Daten werden im örtlichen Verwaltungssystem abgespeichert. Ein weiterer Vorteil des Prepaid Kartensystems ist, dass bei Wassermangel der Bezug der Konsumenten solidarisch reduziert werden kann.

  • Grundstücke und Anlagen bleiben im Besitz der CWC.
  • Das örtliche Anlagenbedienerpersonal wird wiederkehrend geschult.
  • Im ersten Betriebsjahr wird die Bevölkerung gemeinsam mit CWC die vereinbarte Waldfläche von 1‘000 m2 anpflanzen, zukünftig pflegen und unterhalten.