Projektbeschrieb

Mein Name ist Christiane Forstnig. Ich arbeite als Künstlerin und Szenografin in Zürich und beschäftige mich seit 20 Jahren in Ausstellungsprojekten mit der Frage, wie Wissen in Räumen erfahrbar wird. Während der letzten 3 Jahre habe ich eine Wanderausstellung über das Thema Schwangerschaft entwickelt: Schwanger – eine Ausstellung über einen Zustand. Manege frei für das Lebendige, das Intensive und das Wilde! Der gesellschaftliche Diskurs über das Schwangersein – ein Zustand, der zu massiven Grenzerfahrungen führen kann – wird oberflächlich und einseitig geführt. Das Sprechen über die Vielfältigkeit und die hohe Ambivalenz der Erfahrungen von Schwangeren ist immer noch tabubehaftet und von vielen Klischees und Glaubenssätzen geprägt. Ist das Körperliche eine Provokation? Ist Schwangersein ein Riesenwagnis oder das Natürlichste der Welt? Das Kernstück der Ausstellung sind Erzählstimmen von Schwangeren: Pausen, Seufzer und Stimmlagen eröffnen die Innerlichkeit der Erfahrung und machen diese für die Besucher/innen in einem begehbaren Hörkörper zugänglich. Bisher habe ich mit 13 in der Schweiz lebenden Schwangeren Interviews geführt. Ausserdem können die Besucher/innen ein paar Schritte in einem Schwangerschaftsanzug machen, um das Übergewicht des Bauches zu erleben. Das Zielpublikum sind Schwangere, werdende Väter, Mütter und Väter, Geschwister, Grosseltern und alle, die an einem Diskurs über Identität, Körperlichkeit und Geschlechter interessiert sind. In Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirche Enge und zusammen mit Ulrich Hosbach planen wir die erste Ausgabe der Ausstellung in der Schweiz in Enge zu zeigen. Die Kirche Enge, ein Ort für Kontemplation und innerer Ruhe, ist ein besonders geeigneter Ort für eine Installation, die auf das Hören fokussiert. Sowohl bei der Vernissage und Finissage als auch während der Ausstellungszeit von 4 Wochen kann die Kirche als Plattform für den Austausch von Erfahrungen dienen. Über das Projekt können Sie hier nachlesen: www.gloriamagnifico.com Im Anhang finden Sie eine Präsentation (PDF) mit weiteren Projektdetails, einschließlich Kostenvoranschlägen und Zeitrahmen. Nächste Stationen: 1.-29. März 2020: Kirche Enge, Zürich (Konzeption und Ausstellung, in Arbeit) ab 30. Mai 2020: Im Frauenmuseum Hittisau (www.frauenmuseum.at) in Vorarlberg wird im kommenden Jahr, 2020, die Ausstellung Geburtskulturen gezeigt. Dort werden ebenfalls Hörkörper installiert. Diese Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der International Association of Women’s Museums IAWM (https://iawm.international/) realisiert und in weiteren Frauenmuseen in Europa gezeigt. Christiane Forstnig, Kurzbiographie Ich wurde 1976 in den österreichischen Bergen geboren, habe Design am Art Center College of Design in Los Angeles, USA und Philosophie, Gender Studies und Kulturwissenschaften in München, Wien, Zürich und Basel studiert und lebe seit 2008 in der Schweiz. Meine Arbeiten sind hier zu sehen: http://www.butterandjam.com