Projektbeschrieb

Seit längerem ärgern wir uns regelmässig über die Unmengen an Lebensmittel, die in der Schweiz im Verlauf der Lebensmittelkette im Abfall statt auf dem Teller laden. Schnell wurde deshalb aus vier verärgerten Studentinnen ein Verein mit der Idee, in der Stadt Bern einen ersten öffentlichen und frei zugänglichen Kühlschrank aufzustellen. Der Verein verfolgt das Ziel die Lebensmittelverschwendung in der Stadt Bern zu reduzieren. Der Fokus des Projekts liegt bei der Reduktion von Foodwaste bei den Haushalten, da diese mit einem Anteil von 45 Prozent der gesamten Lebensmittelverschwendung der Schweiz die Hauptsünder des Foodwastes sind. Mittlerweile verfügen wir über 6 Gemeinschaftskühlschränken in der Stadt Bern. Der Kühlschrank ist eine Austauschplattform der Nachbarschaft. Produkte, die im eigenen Haushalt nicht mehr konsumiert werden, sollen hineingestellt und von jenen, die ihr Menu damit ergänzen wollen, herausgenommen werden. Durch den Tausch von Lebensmittel über die öffentlichen Kühlschränke sollen möglichst viele Produkte einen neuen Verwender finden und so vor dem Abfall gerettet werden.

So funktioniert's:
- Die Kühlschränke sind für jeden rund um die Uhr zugänglich. Es gibt keine Beschränkungen (Schloss, Passwort, etc.).
- Erlaubt sind Obst und Gemüse, Brot (separate Brot-Box) und verschlossene Produkte.
- Es sind auch Produkte zulässig, die das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD, „mindestens haltbar bis“), nicht aber da

s Verbraucherdatum („zu verbrauchen bis“), bereits überschritten haben.
- Der Verein kooperiert mit dem Foodsharing-Team Bern. Foodsharing erledigt Abholungen bei Lebensmittelgeschäften und füllt die Kühlschränke zusätzlich mit nicht mehr verkäuflichen Produkten.
- Die Kühlschränke werden regelmässig von Kühlschrankgottis geputzt. Bei den Kühlschrankgottis handelt es sich um Personen aus dem Quartier, welche für die Betreuung des Kühlschranks verantwortlich sind. Sie kontrollieren die Hygiene des Kühlschranks zwei bis drei Mal die Woche.
- Die Benutzung des Kühlschranks erfolgt eigenverantwortlich. Der Verein Bern isst Bern übernimmt keine Haftung für die Lebensmittel in den Kühlschränken. Um dennoch keine Risiken einzugehen sind sowohl die Produkte in den Kühlschränken als auch die Kühlschränke selbst haftpflichtversichert.

Das Konzept von BiB ist einfach und alle Vereinsmitglieder arbeiten grossmehrheitlich ehrenamtlich. Freiwillige Helfen (Kühlschrankgottis) kontrollieren den Kühlschrankinhalt 3-4x pro Woche. Den Strom, sowie die Grundstückmiete werden von den jeweiligen Besitzern gesponsert. Trotzdem fallen regelmässig Kosten an: die Versicherung für die Lebensmittel in den Kühlschränken muss bezahlt, ein Kühlschrankhaus gebaut oder Kühlschränke für einen neuen Standort müssen aufgetrieben werden (siehe Anhang Budgetplan). Deswegen ist BiB auf Sponsoren mit einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit und einer Sympathie für Initiativen junger Menschen angewiesen.

Seit der Eröffnung des erstens Kühlschrankes im Jahre 2015 im Innenhof des Lola-Ladens geniesst BiB über eine grosse Medienpräsenz, Beliebtheit auf Facebook https://www.facebook.com/bernisstbern/ (mit über 3’400 Likes, sowie eine Beitragsreichweite von über 45’000 Personen) und die Sympathie der Quartiere.