Projektbeschrieb

Das Projekt «Achtsamkeit in der Schule» beinhaltet die Entwicklung, erste Testumsetzung sowie die Auswertung und Überarbeitung eines systemischen, auf das Schweizer Schulsystem angepassten Interventionsprogramm zur Förderung der Achtsamkeitspraxis an Deutschschweizer Schulen. Das Programm möchte direkt zur Verbesserung der psychischen Gesundheit, zu einem positiven Lern- und Schulklima sowie zum Aufbau gesunder Beziehungen zwischen Lehrern, Schülern und Eltern beitragen.

Dazu entwickeln wir (der Verein Achtsame Schulen Schweiz - ASS) ein auf internationalen Erfahrungen basiertes und auf den Lehrplan 21 abgestimmtes Achtsamkeitsprogramm, welches einfach und ohne grossen Aufwand für Lehrpersonen oder Schüler in den Schulalltag integriert werden kann. Die konkrete Entwicklung und Testumsetzung bezieht sich auf zwei Curricula für die Unterstufe und Mittelstufe sowie ein begleitendes Lehrertraining. Entwickelt wird auch ein übergreifendes Gesamtmodell, welches in Zukunft zusätzliche Komponenten erhalten wird.

Begründung

Stress und Überforderung gehören zum Alltag von Kindern und Jugendlichen und haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Stress-Symptome wie Schlafprobleme (27%), Niedergeschlagenheit (15%), Nervosität (15%) oder Kopfschmerzen (12%) sind bereits bei Elfjährigen weit verbreitet (WHO), was zu Lustlosigkeit, Selbstzweifel und vielen weiteren negativen Auswirkungen bis hin zu Depression oder Angstzuständen führen kann.

Viele Lehrpersonen stellen fest zudem, dass manche Schüler nicht wirklich lernbereit sind und nicht über grundlegende Kompetenzen wie Konzentrationsfähigkeit oder Selbstregulation verfügen. Häufig verbringt ein Lehrer daher mehr Zeit mit Klassenführung und Problemlösung als mit dem Vermitteln von Inhalten und Kompetenzen. Dies stellt einen grossen Stressfaktor für die Lehrpersonen dar, welche häufiger als andere Berufe von Burnouts betroffen sind. Aktuelle Untersuchungen berichten von rund 10 bis 30% «ausgebrannter» Lehrpersonen (Schulgesundheitsdienste Stadt Zürich).

Aus diesem Grund brauchen Lehrpersonen und SchülerInnen konkrete Unterstützung, um ihre eigenen internen Ressourcen zu stärken um effektiver mit Stress, Druck und Problemsituation umgehen zu können. Dazu gehört die gezielte Förderung ihrer sozialen, emotionalen und kognitiven Lebenskompetenzen wie Konzentrationsfähigkeit, Selbstregulation, Stressmanagement, zielgerichtetes Handeln, Kontrollüberzeugung, Selbstwertgefühl, Beziehungsfähigkeit, Mitgefühl, pro-soziales Handeln, Problemlösungsfähigkeiten, bewusste Entscheidungsfindung, usw.

Heute wissen wir, dass diese Fähigkeiten die Grundlage für den Schulerfolg sowie für körperliches und psychisches Wohlbefinden sind, und sie offerieren plausible Antworten für die Bewältigung der aktuell grössten Herausforderungen in der Schule. Durch die Stärkung der genannten (sowie weiteren) Lebenskompetenzen wird die psychische Gesundheit von Lehrern und SchülerInnen somit direkt unterstützt, was auch zu einer Verbesserung des allgemeinen Schulklimas beiträgt.

Kontaktinfos
Kontakt: matthias@achtsameschulen.ch
Webseite: www.achtsameschulen.ch
Person: Matthias Rüs