Projektbeschrieb

Theater-Eigenproduktion der Kulturvereinigung Altes Kino Mels

ANNE ist ein Theaterstück über das Leben Anne Franks auf der Grundlage aller Versionen ihrer Tagebücher, einschliesslich der ungekürzten, von Anne Frank selbst angefertigten Aufzeichnungen. Auf Initiative von und in Zusammenarbeit mit dem Basler Anne-Frank-Fonds wurde ANNE ins Leben gerufen.
Bei der Wahl eines neuen Stückes standen Überlegungen im Vordergrund, den eingeschlagenen Weg vor allem der letzten beiden Eigenproduktionen „Einer flog über das Kuckucksnest“ (2013) und „Entfernte Stimme“ (2014) konsequent weiterzuführen. Es sollte ein Skript gewählt werden, das die eigene Haltung gegenüber gesellschaftlich relevanten und mitunter schwierigen Themenbereiche aufzeigt, und das – trotzdem – eine breite Publikumswirkung entfaltet. Dafür ist ANNE in hohem Masse geeignet.

Im Speziellen wollen wir mit der Inszenierung von ANNE die Weitergabe der historischen Wahrheit um den Völkermord an der jüdischen Bevölkerung im Namen des NS-Regimes in Deutschland zwischen 1941 bis 1945 mittragen helfen und wir wollen die den Rahmen der Nachvollziehbarkeit sprengende, gezielte Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa anhand des historisch verbürgten Einzelschicksals von Anne Frank und ihrer Familie vorstellbar machen. Es soll nicht zuletzt ein Beitrag gegen das Vergessen, die Herabminderung und die Verunglimpfung jener Menschen sein, die dem Unrecht jener Zeit erlegen sind.
Das Stück fällt derzeit auf gesellschaftlich fruchtbaren Boden aufgrund der aktuellen Situation der Flüchtlinge, die sich v.a. aus den Krisengebieten im Nahen Osten gegen Nordeuropa bewegen. Einen Kontrapunkt zu setzen gegen das, was in sozialen Medien, in Pressepublikationen, auf den Strassen und an Stammtischen wieder salonfähig wird, gegen diese Formen der Enthemmung, gegen den auflebenden Rassismus, Fremdenhass und die Hetze und gegen die verbalen und tätlichen Entgleisungen gegenüber denjenigen, die eine Gesellschaft vermeintlich bedrohen, ist uns wichtig.
Es spielen langjährige, erfahrene Darstellerinnen/Darsteller des Theaterensembles Altes Kino Mels.
Der edukative Aspekt der Inszenierung ist uns wichtig. Möglichst viele junge Menschen sollen das Schicksal Anne Franks, das Stück, seinen Inhalt und seinen gesellschaftlichen und historischen Wert kennenlernen. Dies geschieht am besten durch die Einbindung und Einladung der Schulen der Region. Alle 14 Vorstellungen werden gleichzeitig als Schulvorstellungen angeboten. Im Vorfeld des Theaterbesuchs haben die Lehrkräfte die Möglichkeit, theaterpädagogische Begleitung zu sichern. Diese wird vom Alten Kino zur Verfügung gestellt, um sich auf das Stück vorzubereiten und das Schicksal von Anne Frank in den Schulalltag und damit in die Lebenswelt der Jugendlichen einzubinden. Dazu wird ein eigenes Projektteam die Arbeit aufnehmen, das – unter der Leitung einer theaterpädagogischen Fachperson – die Schulen betreut.

Premiere am 2. September 2016, 14 Aufführungen bis 1. Oktober 2016
Produktionsleiters Hans Bärtsch.