Die Förderstiftungen in der Schweiz kämpfen immer mehr damit, dass sie regelrecht mit Gesuchen "geflutet" werden. Das hat gemäss unserer Erfahrung damit zu tun, dass heute eine Stiftung sehr einfach auffindbar ist. Vor 10 bis 20 Jahren kannte man einzelne Stiftungen, oder eben nicht. Heute findet man über das Internet und Plattformen wie fundraiso.ch zu Stiftungen, welche man früher nie entdeckt hätte. Gleichzeitig ist Tatsache, dass immer mehr Individuen in der Schweiz auf Fremdkapital angewiesen sind. Die Einzelförderung ist ein akutes Thema, das oft zur Überforderung einzelner Förderorganisationen führt, weil schlicht zu viele Gesuche eintreffen. Wir kennen viele Stiftungen, welche die Einzelförderung beendet haben, weil es schlicht nicht mehr administrierbar war. In der Projektförderung waren früher Banken stärker eingebunden. Heute spricht kaum eine Bank noch Kredite für Projekte. Deshalb hofft man auch hier auf Stiftungen.

Fazit: Die Nachfrage nach Fördergelder bei Stiftungen nimmt stetig zu; gleichzeitig ist die Auffindbarkeit von einzelnen Stiftungen sehr einfach geworden. Die Stiftungen funktionieren aber noch identisch wie vor 20 Jahren.

Der Stiftungssektor in der Schweiz sollte endlich den Schritt in die Moderne mitmachen. Zu wenige Stiftungen verfügen über eine Webseite. Man erhofft durch Intransparenz nicht kontaktiert zu werden, verursacht dadurch aber nur Gesuche, welche von hoffnungsvollen Aspiranten eingereicht werden. Auch Stiftungen mit Webseite kämpfen nach wie vor mit veralteten Prozessen. Gerade die Bearbeitung von Gesuchen läuft oft ähnlich ab, wie noch vor 20 Jahren. Wir empfehlen da moderne Gesuchs-Bearbeitungsmechanismen bspw. via elektronischen Formularen, welche die Form vorgeben und die Vollständigkeit der Informationen automatisch sicherstellen, um eine Entlastung und Effizienzsteigerung zu erreichen. Uns ist klar, dass nach wie vor das Gesuch via Briefweg den Königsweg der Gesuchstellung darstellt. Dennoch muss man kräftig betonen, dass dies nicht mehr zeitgemäss ist. Der Aufwand der Bearbeitung von Papiergesuchen ist schlicht zu gross. Leider stossen unsere Tipps und Empfehlungen in den meisten Fällen auf taube Ohren. Wir befürchten es abwarten zu müssen, bis die nächste Generation in den Stiftungsräten sitzt, um diese technische Umwälzung zu vollziehen. Wir kämpfen jedoch weiter für einen effizienten Stiftungssektor.

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