Guten Tag Frau von Jeinsen; vor Kurzem startete unsere Blogreihe zum Engagement der Credit Suisse im Bereich gemeinnützige Stiftungen. Heute sind wir gespannt, mehr über Sie und das Kompetenzzentrum gemeinnützige Stiftungen zu erfahren. Bitte stellen Sie sich doch unseren Lesern zunächst kurz vor.

Herzlichen Dank für die Einladung zu diesem Gespräch, auf das ich mich sehr gefreut habe.
Ich bin vor rund zwei Jahren im Hinblick auf die Lancierung des Kompetenzzentrums gemeinnützige Stiftungen zur Credit Suisse gestossen. Einige Monate später übernahm ich die Verantwortung für das schweizweit tätige Team.

Zuvor war ich in Zürich und Genf als Rechtsanwältin tätig, wobei mir die Beratung zu stiftungs- und kunstrechtlichen Themen immer besonders viel Spass gemacht hat. Im Anschluss arbeitete ich bei der Swiss Re im Bereich Corporate Solutions und war mehrere Jahre lang Lehrbeauftragte am Lehrstuhl Privatrecht an der Universität St. Gallen. Meine bewusste Entscheidung, einer weniger juristischen und dafür noch abwechslungsreicheren Tätigkeit nachzugehen, brachte mich unerwartet zur Credit Suisse. Hier schätze ich jeden Tag das überaus kollegiale Umfeld, die ausgesprochen hohe Dynamik und den Austausch mit einer Vielzahl an Kollegen, die sich für das Stiftungsthema begeistern. Zugleich ist es mir möglich, in einem Teilzeitpensum zu arbeiten, was ich als Mutter zweier kleiner Kinder ganz besonders schätze.

Sie waren an der Gründung des Kompetenzzentrums gemeinnützige Stiftungen beteiligt. Was faszinierte Sie daran, diesen neuen Bereich bei der Credit Suisse aufzubauen?

Während eines Schuljahres im Ausland absolvierte ich täglich «Community Service» und lernte dabei, wie wenig es braucht, um einen Unterschied zu machen – und wieviel man bewegen kann, wenn man Ressourcen bündelt. Schon als Schülerin wurde mir klar, dass Ausbildung erst dann ihren vollen Wert entfaltet, wenn sie auch der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird. Diese Erfahrung prägte mich und weckte mein Interesse für gemeinnützige Projekte. Berührungspunkte mit Stiftungen und anderen gemeinnützigen Projekten nahmen über die Jahre hinweg zu. Mittlerweile bin ich selber Stiftungsrätin bei zwei kleineren Stiftungen.

So beobachtete ich seit längerem, wie die Nachfrage der gemeinnützigen Organisationen nach qualifizierter und innovativer externer Beratung zur Stiftungsführung zunimmt. Die Möglichkeit, die interne Fachexpertise aus verschiedenen Bereichen zu bündeln, um Stiftungen dank eines eigens für sie zusammengestellten Angebots gezielter unterstützen zu können, reizte mich daher auf Anhieb. Allerdings wurde mir erst nach den ersten Gesprächen mit der Credit Suisse bewusst, dass sie der Philanthropie bereits jahrzehntelang in hohem Masse verbunden gewesen war und die Gründung eines Kompetenzzentrums für gemeinnützige Stiftungen für diese Bank eine logische Konsequenz war.

Sie erwähnen, dass die Credit Suisse im Bereich Philanthropie schon lange eine aktive Rolle spielt. Könnten Sie darauf etwas vertiefter eingehen?

Die Bank kümmert sich schon seit ihren Gründungsjahren intensiv um gemeinnützige Anliegen. Heute unterhält sie im Bereich des sozialen Engagements allein in der Schweiz Partnerschaften mit über 70 Organisationen, bei welchen sich jährlich rund 4'000 Mitarbeitende während über 45'000 Stunden engagieren. Diese Freiwilligen unterstützen dabei direkt bedürftige Menschen oder auch die Partner selbst bei deren struktureller Weiterentwicklung.

Zur Wahrnehmung der unternehmerischen Verantwortung wurde zudem vor 60 Jahren die erste Credit Suisse Foundation gegründet; heute sind es vier Unternehmensstiftungen in den Regionen Schweiz, EMEA, Amerika und APAC. Mit diesen unterstützt die Bank weltweit zahlreiche Projekte in den Schwerpunktthemen finanzielle Inklusion, Bildung und Zukunftskompetenzen. Im Übrigen gründete die Credit Suisse schon vor rund 20 Jahren erste Dachstiftungen. Damit ist die Bank eine Pionierin im philanthropischen Engagement, das sich über verschiedene geografische Gebiete und Formate sowie über eine breite thematische Palette hinweg erstreckt.

Auch andere Banken interessieren sich für Stiftungen. Warum sind Sie der Meinung, dass sich eine Stiftung bei der Wahl ihres Finanzdienstleisters für die Credit Suisse entscheiden sollte?

Unsere Erfahrung zeigt, dass Stiftungen einen Partner auf Augenhöhe suchen, um Lösungen für die Führung einer Stiftung, die Verwaltung des Stiftungsvermögens und die Förderung ihres wohltätigen Zweckes zu finden. Zahlreiche unserer regional verankerten Kundenberaterinnen und Kundenberater kennen die Stiftungstätigkeit entweder aus eigener Erfahrung oder haben sich dank unseren Angeboten entsprechend weitergebildet. In Zusammenarbeit mit dem Center for Philanthropy Studies («CEPS») in Basel, dem Centre en Philanthropie der Universität Genf und der Fondazione Centro Competenze Non Profit - cenpro in Lugano bieten wir eigens entworfene bankinterne Zertifikatsprogramme zum Thema Stiftungen für Mitarbeitende in allen Landesteilen an. Dadurch sind sie mit den Bedürfnissen der Stiftungen vertraut und selbst oder mit der Unterstützung unseres Teams in der Lage, zu definieren, wie die Werte der Stiftung vermittelt und langfristig Wirkung erzielt werden können. Dabei ist insbesondere die nachhaltige Vermögensanlage ein Thema, welches mittlerweile auch die Mehrheit der Stiftungen – unabhängig von der Höhe des Stiftungskapitals – beschäftigt.

Können Sie für unsere Leser kurz aufzeigen, welche Rückmeldungen Sie in der Zwischenzeit aus dem Stiftungssektor zu ihrem Angebot erhielten und wie man mit Ihnen konkret in Kontakt tritt?

Vor wenigen Wochen erhielt ich z.B. einen handschriftlichen Brief einer Kundin, die sich für die unkomplizierte Unterstützung bei uns bedankte. Diese Reaktion freute mich besonders, da es sich um eine kleinere Organisation handelte. Dies zeigte mir, dass die Credit Suisse als global agierende Grossbank eine geeignete Partnerin für die grössten Akteure der Stiftungswelt ist und zugleich auch für kleinere Institutionen passende, individuelle Lösungen findet.

Besonders positiv ist das Echo seitens Stiftungen, die ihren Stiftungszweck auch auf Ebene der Vermögensanlage verfolgen möchten und Unterstützung suchen für die Prüfung des Portfolios auf dessen Nachhaltigkeit und Zweckkonformität. Ausserdem erhielten wir sehr positive Rückmeldungen zu unseren Veranstaltungen zu stiftungsrelevanten Themen sowie auch zu unserem Stiftungs-Newsletter, für den man sich auf unserer Website jederzeit anmelden kann. Wir freuen uns über die Kontaktaufnahme, die am einfachsten über die Website des Kompetenzzentrums gemeinnützige Stiftungen erfolgt.

Könnten Sie abschliessend kurz darauf eingehen, welche Herausforderung Sie als zentral für die Stiftung der Zukunft erachten?

Auffallend häufig kommt im Austausch mit Stiftungen das Thema Nachfolge im Stiftungsrat zur Sprache. Wir beobachten, dass Stiftungen verstärkt an mehr interner Diversität auf verschiedenen Ebenen interessiert sind und auch in naher Zukunft zahlreiche Positionen neu besetzen möchten. Dennoch gestaltet sich die Suche nach ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen häufig schwieriger als erwartet. Dies gilt insbesondere für die Rekrutierung jüngerer Kollegen, zu welchen der Zugang fehlen mag oder die eine Stiftung aktuell nicht als das richtige Umfeld für ihr Engagement wahrnehmen – selbst wenn Letzteres häufig eine unzutreffende Annahme sein dürfte. Es gibt in der Zwischenzeit verschiedene Online-Plattformen, die Stiftungen auf unkomplizierte Weise unterstützen, um die geeigneten und für ihren Zweck passenden Freiwilligen zu finden.

Herzlichen Dank für Ihre Einblicke ins Kompetenzzentrum gemeinnützige Stiftungen der Credit Suisse. In der nächsten Ausgabe dieser Blogreihe, werden wir gerne an Ihre Ausführungen anknüpfen.

Veröffentlicht unter Gastbeiträge

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