3. Artikel der Blogreihe mit SwissFoundations!

Über 13'000 gemeinnützige Stiftungen mit fast 100 Milliarden Franken Stiftungskapital engagieren sich in unserem Land für eine Vielfalt von gesellschaftlichen Themen. Die Spannbreite reicht von klassischer Kultur-, Wissenschafts- und Sozialförderung bis hin zu neusten technologischen Entwicklungen und Innovationsförderung (mehr dazu im jährlich herausgegebenen Schweizer Stiftungsreport: www.stiftungsreport.ch).

Ein Blick ins Ausland zeigt: Auch international ist der Schweizer Stiftungssektor Weltklasse. Bezogen auf die Anzahl Einwohner gibt es in der Schweiz sechsmal mehr gemeinnützige Stiftungen als in den USA oder in Deutschland. Dies ist Chance und Verpflichtung zugleich. Sowohl für den Sektor als auch für den Gesetzgeber, der gut beraten ist, zivilgesellschaftliches Engagement in der Schweiz zu fördern. Liberale Rahmenbedingungen, die ein schlankes Führen und Verwalten von Stiftungen ermöglichen, und eine starke Aufsicht, die Missbrauch rasch erkennt und bekämpft, sollten dabei Hand in Hand gehen.
Auf private Initiative gegründet und mit privatem Vermögen ausgestattet engagieren sich gemeinnützige Stiftungen in und für die Gesellschaft. Dies verpflichtet sie zu Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und Nachvollziehbarkeit. Es ist die Aufgabe des Stiftungsrates, sich immer wieder die Wirkungsfrage zu stellen: Tun wir noch das Richtige? Und tun wir es richtig? Dies bedingt eine regelmässige Verortung der eigenen Aktivitäten, eine laufende Beobachtung des Umfeldes, in dem die Stiftung arbeitet, und eine Weiterentwicklung der Foundation Governance. Hier liefert der Swiss Foundation Code wertvolle Hilfestellungen. 2015 in dritter Auflage erschienen und seit diesem Jahr in Gesamtausgabe auch online erhältlich (www.swissfoundationcode.ch), bietet er in drei Grundprinzipien und 29 Empfehlungen Orientierung zu Fragen der Gründung und Führung gemeinnütziger Förderstiftungen.

So einfach es auf den ersten Blick auch scheint, eine gemeinnützige Stiftung zu gründen und zu führen, so herausfordernd wird es ab dem zweiten. Die Gretchenfrage: Was würden Sie machen, wenn ich Ihnen zwanzig Millionen Schweizer Franken gäbe, mit dem Auftrag, Bildung junger Mädchen und Frauen im südlichen Afrika zu fördern? Glauben Sie mir, das Geld wäre rasch weg, gute Organisationen gibt es in vielen Ländern. Aber was wäre Ihr Hebel? Wo würden Sie ansetzen? Wie definieren Sie Erfolg? Oder kämen Sie gar zum Schluss, dass die direkte Förderung aus dem Westen in den Süden nicht der richtige Weg ist? Die Antworten auf diese Fragen sind so vielfältig, wie es die Stiftungen selbst sind.

Dass sich aber immer mehr Stiftungen überhaupt solche Fragen stellen, zeigt auf, wie rasant sich der Sektor in den letzten zwanzig Jahren entwickelt und dynamisiert hat. Und er vernetzt sich zunehmend. Je herausfordernder eine Aufgabe, umso wichtiger sind Räume für den Erfahrungs- und Wissensaustausch. Wie beispielsweise am kommenden Schweizer Stiftungssymposium vom 21./22. Mai 2019 in Thun (www.stiftungssymposium.ch).
Ich würde mich freuen, Sie «Beyond the Comfort Zone» in Thun begrüssen zu dürfen!

Ihre

Beate Eckhardt
Geschäftsführerin SwissFoundations

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