Roman-Interview
Guten Tag Herr Tomic. Nachdem wir bereits durch die Gespräche mit Herrn Claude Lüthi und Frau Isabelle von Jeinsen erste Einblicke in die Stiftungswelt der Credit Suisse erhalten haben, freuen wir uns sehr, mit Ihnen heute einen weiteren Stiftungsspezialisten willkommen zu heissen. Wollen Sie sich kurz vorstellen?

Es ist mir eine grosse Freude, Ihnen heute als Gesprächspartner innerhalb dieser Interviewreihe zur Verfügung zu stehen. Gerne gebe ich Ihnen heute einen Einblick in meinen Arbeitsalltag und erläutere Ihnen unsere Lösungen für gemeinnützige Stiftungen bei der Credit Suisse (Schweiz) AG.

Ich bin seit rund drei Jahren bei der CS tätig und wohne in der Stadt Zürich. In meiner Freizeit treibe ich gerne Sport und besuche Kunstaustellungen. Während meinem Studium in Wirtschaftsrecht an der ZHAW Winterthur habe ich mich vor allem auf das Thema Steuerrecht spezialisiert. Warum? Damals war ich noch fest entschlossen, den Weg des Steuerrechtsexperten einzuschlagen. Entsprechend bin ich im Bereich Tax-Consulting zur CS gestossen.

Wie sind Sie in die Welt der NPOs eingetaucht?

Es erfüllt mich persönlich sehr, im philanthropischen Umfeld einen Beitrag leisten zu dürfen – und dies notabene in einem Land, in dem Freiwilligenarbeit quasi in der DNA verankert ist. Unser Land ist mit über 13'000 registrierten gemeinnützigen Stiftungen und zig-tausend gemeinnützigen Vereinen ein globaler Vorreiter in Sachen Philanthropie. Alle Akteure vereint das Bestreben, Gutes zu tun, sei es für Mensch und Tier, Natur und Ökologie, Kultur und Sport oder Forschung und Wissenschaft. Dies war eine zusätzliche Motivation, mich noch intensiver in diesem Bereich zu engagieren. Als dann im Jahr 2019 das Kompetenzzentrum für gemeinnützige Stiftungen innerhalb der CS gegründet wurde, war es für mich mehr als nur logisch, diese Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Können Sie uns mehr über Ihren Arbeitsalltag erzählen?

Mit grosser Passion berate und betreue ich gemeinnützige Organisationen im Grossraum Zürich. Meine Arbeitgeberin – die Credit Suisse – ist eines der führenden Institute in der Vermögensverwaltung, mit einer starken Präsenz in unserem Heimmarkt Schweiz. Dies ist hinlänglich bekannt, doch wir verfügen auch über sehr viel Expertenwissen bei der Errichtung, dem Management und der Betreuung von Stiftungen. Kurz gesagt: Wir betreuen eine Stiftung von der «Wiege bis zur Bahre».

Wie sieht das Angebot der Credit Suisse für gemeinnützige Stiftungen konkret aus?

Zielführend begleiten wir Stiftungen durch den gesamten Lebenszyklus auf eine ganzheitliche Art und Weise. Von der Errichtung, über Unterstützung beim Fundraising bis hin zu «Impact- & ESG-Investing» stehen wir Ihnen als verlässlicher Partner zur Seite. Neben dem Einholen der Steuerbefreiung geben wir Zweitmeinungen zu Stiftungsstatuten ab und führen «Sustainability-Checks» durch. Des Weiteren beraten wir angehende Stifterinnen und Stifter in Bezug auf geplante Legate. Die Vermögensverwaltung – ebenfalls essentiell für die Zukunftssicherung vieler Stiftungen – ist unsere Kernkompetenz. Basierend auf den aktuellen Umständen und Gegebenheiten, den Zielen sowie unter Berücksichtigung des Stiftungszwecks, erstellen wir individuelle Lösungen für unsere Partnerorganisationen. Bei der Liquiditätsplanung, welche bei vielen Organisationen ein relevantes Thema ist, bieten wir zudem massgeschneiderte Lösungen an – gerade auch für kleinere Stiftungen. Auch die Errichtung einer Unterstiftung können wir über die von der CS gegründeten, drei unabhängigen Dachstiftungen bewerkstelligen.

Wie unterscheidet sich Ihr Angebot vom Offering anderer Banken?

Dank des kontinuierlichen Austausches mit NPOs kennen wir die entsprechenden Herausforderungen und Fragestellungen bestens. Wir handeln langfristig und streben eine echte Partnerschaft an. Unsere Dienstleistungen gehen dabei weit über eine gewöhnliche Bankbeziehung hinaus. So besteht auch unser Team in der Region Zürich – unter der Leitung von Sepp Zellweger – nicht aus klassischen Bankern, sondern aus Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Berufslaufbahnen. Es ist stets unser Ziel, die Menschen hinter einer Organisation kennenzulernen und uns gemeinsam mit ihnen weiter zu entwickeln. Wir bieten dabei verschiedene Plattformen für Gleichgesinnte und möchten mit diesem Engagement einen Mehrwert für alle Parteien kreieren. In regelmässigen Abständen organisieren wir Anlässe und Weiterbildungen rund um das Thema Philanthropie und laden unsere Kunden gerne auch als Gastreferenten ein. Diese Aktivitäten bieten hervorragende Möglichkeiten um sich zu vernetzen und einen Erfahrungsaustausch vorzunehmen. Zudem richtet sich unser Angebot auch an (gemeinnützige) Vereine und Verbände.

Welche Trends stellen Sie im Bereich NPOs fest?

Es ist spürbar, dass aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen eine Professionalisierung in der Stiftungslandschaft der Schweiz stattfindet. Es bedarf heutzutage einem grossen Mass an Leidenschaft und Zeit, um den Stiftungsauftrag optimal zu erfüllen. Dies bedingt eine gewisse Agilität aller Anspruchsgruppen rund um eine gemeinnützige Organisation. Vor allem Spenderinnen und Spender hinterfragen Ihre Zuwendungen. Mehr denn je ist es ihnen ein Anliegen, genau zu wissen, welchem Zweck ihr finanzieller Beitrag dient. Hier besteht ein grosses Bedürfnis nach voller Transparenz und nach einem detaillierten Informationsfluss in Bezug auf Wirkung, Nachhaltigkeit und Reichweite.

Vielen Dank für den wertvollen Austausch und Ihre spannenden Ausführungen. Wir freuen uns auf den nächsten Gastbeitrag aus dieser Blogreihe.

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