Die Credit Suisse blickt auf ein über 20-jähriges Engagement im Bereich der gemeinnützigen Stiftungen zurück und betreibt ein Kompetenzzentrum eigens für gemeinnützige Stiftungen. In einer mehrteiligen Fundraiso-Blogreihe werden über die kommenden Wochen verschiedene stiftungsrelevante Themen mit Experten der Credit Suisse erörtert werden. Folgende Themen werden u.a. behandelt: Anlagestrategie, Stiftungsorganisation und Stiftungslandschaft Schweiz. Der Start in die Blogreihe erfolgt als Interview mit Claude Lüthi, Leiter Private Banking Region ZH-Nord bei der Credit Suisse. Er äussert sich u.a. dazu, wie das Kompetenzzentrum für gemeinnützige Stiftungen überhaupt zustande kam.

Claude Lüthi Foto Foto: Claude Lüthi, Leiter Private Banking Region ZH-Nord, Credit Suisse.

Guten Tag Herr Lüthi, es freut uns Sie kennenzulernen. Bitte stellen Sie sich unseren Lesern doch kurz persönlich vor.

Guten Tag liebe Stiftungs-Community. Mein Name ist Claude Lüthi und ich bin seit über 19 Jahren bei der Credit Suisse tätig. In meiner heutigen Funktion bin ich verantwortlich für die Privatkunden in der Region Zürich-Nord, mitunter wohl eine der dynamischsten und prosperierendsten Regionen der Schweiz überhaupt.

Bereits in meiner Kindheit wurde ich mit dem viel zu frühen Tod meines geliebten Vaters konfrontiert, welcher an Multiple Sklerose erkrankt war. Um Ablenkung von diesem schweren Verlust zu finden, steigerte ich – wohl unbewusst – mein Trainingspensum im Eishockeysport, welcher mich später ganz in seinen Bann zog und gar für 13 Jahre mein “Hauptberuf“ war – als Flügelstürmer und Centre beim EHC Olten und beim HC La Chaux-de-Fonds als Captain in der Profiliga.

Nach meinem Jus-Studium habe ich dann ins Bankgeschäft gewechselt. Hier haben mich auch Tugenden weitergebracht, die ich im Spitzensport gelernt habe. Erstens: Kenne deine Fähigkeiten und konzentriere dich auf deine Stärken; zweitens: Willensstärke – halte durch, egal was passiert; und drittens: Das Wichtigste ist Teamwork. Allein schaffst du nichts.

Heute wohne ich mit meiner Frau und unseren zwei Teenagern in Hägendorf, Bezirk Olten, im Kanton Solothurn. Bedingt durch den frühen Hinscheid meines Vaters, engagiere ich mich in meiner Freizeit bewusst und gerne auch im Gemeinnützigkeits- bzw. NPO-Bereich. Als Mitglied des Stiftungsrates bei Pro Infirmis beispielsweise kann ich unterstützen, indem ich mein ganzes persönliches Netzwerk und Wissen einbringe.

Wie kam es dazu, dass Sie das angestammte Tätigkeitsgebiet des traditionellen Privaten Bankings auf die Betreuung von gemeinnützigen Organisationen ausgeweitet haben?

Es war und ist stets unser Ziel, allen Anspruchsgruppen mit einer holistischen und bedürfnisorientierten Finanzberatung eine kompetente, verlässliche sowie vertrauenswürdige Partnerin zu sein. Dies gilt ohne Einschränkung auch für den NPO-Bereich, wo die Credit Suisse seit Jahrzehnten eine starke Finanzpartnerin an der Seite von unzähligen gemeinnützigen Organisationen ist.

Da wir das Engagement dieser Organisationen überaus schätzen, haben wir einen starken Fokus daraufgelegt, sie in jeglichen finanziellen Angelegenheiten zu unterstützen und damit auch zu entlasten, damit sie sich vollumfänglich auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren können – sei dies in den Bereichen Soziales & Humanitäres, Forschung & Wissenschaft, Natur & Ökologie oder nicht zuletzt auch in Kultur & Sport.

Bei vielen Gesprächen mit unseren NPO-Kunden hat sich herauskristallisiert, dass nebst den klassischen Finanzlösungen ein Bedürfnis nach weit(er)reichenden Dienstleistungen vorhanden ist – und zwar nach Lösungen, die unsere Expertise im Finanzbereich ergänzen und auf den Anliegen und Bedürfnissen unserer Partner basieren.

Und wie ging es dann konkret weiter?

Vor vier Jahren habe ich in meiner Region den Aufbau eines kleinen Teams vorangetrieben, welches die Expertise und Passion für gemeinnützige Stiftungen, Vereine und ähnliche Organisationen – respektive deren Repräsentanten – teilt. Daraus ist ein kundenfokussierter Bereich mit dem Namen "Partnerships, Foundations & Acquisitions" unter der Führung von Sepp Zellweger entstanden, welcher seit über 30 Jahren bei der CS arbeitet; davon die letzten 15 Jahre in leitender Funktion im Bereich "Charitable Foundations".

Da sich die Anfragen und spezifischen Anliegen in diesem Sektor mehr und mehr verstärkt haben, hat sich die Credit Suisse im Jahr 2019 entschieden, gesamtschweizerisch ein «Competence Center Charitable Foundations» unter dem Lead von Isabelle von Jeinsen zu gründen – dies mit dem klaren Ziel, bis 2025 als führende «Bank for Foundations» in unserem Land wahrgenommen zu werden. Mit dem Ausbau unserer Value Proposition, über die Sie im nächsten Interview dieser Serie lesen können, sind wir überzeugt, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit NPOs in dieser schwierigen Zeit?

Stiftungen und Freiwilligenarbeit übernehmen wesentliche Funktionen in unserer Gemeinschaft und sind entsprechend wichtig für das Funktionieren einer Gesellschaft. Wir als Bank möchten auch über diesen Kanal unseren Beitrag dazu leisten.

Insbesondere in diesen herausfordernden Zeiten ist es wichtiger denn je, einen engen Kontakt zu unseren bestehenden und potenziellen Stiftungskunden zu pflegen. Wir vereinen langjährige Erfahrung und Kompetenz im Führen von gemeinnützigen Organisationen und stehen NPOs gerne zur Seite, um zukunftsgerichtete Lösungen zu realisieren. Zudem organisieren wir regelmässig Veranstaltungen rund um das Thema "Gemeinnützigkeit" – immer mehr auch in Verbindung mit Aspekten aus dem Bereich "Nachhaltigkeit". Dabei spielt vor allem auch der Einklang des Stiftungszwecks mit der Anlagestrategie eine wichtige Rolle. Nicht nur aufgrund möglicher Reputationsrisiken, sondern auch was die positive Performance anbelangt.

Zudem nutzen wir alle digitalen Möglichkeiten, um unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner langfristig eng zu begleiten. Unsere Motivation hinter diesen Aktivitäten ist dabei die Überzeugung, dass sie mit der Credit Suisse eine getreue Partnerin an ihrer Seite haben.

Was sind Ihre Ziele für das Jahr 2021?

Unsere oberste Priorität sind unsere Kunden und Gesprächspartner. Wir möchten ihnen auch dieses Jahr nahe zur Seite stehen. Dabei fokussieren wir uns auf konkrete Anliegen und Bedürfnisse, welche wir durch stetigen Dialog vermittelt bekommen. In der Schweiz gibt es über 13’000 gemeinnützige Stiftungen sowie einige tausend gemeinnützige Vereine und andere Hilfswerke. Wir möchten mit so vielen wie möglich einen Austausch pflegen, eine Partnerschaft aufbauen oder vertiefen und gemeinsame Ziele verwirklichen. Dabei sind die persönlichen Umstände sowie die individuellen Zielsetzungen unserer Gesprächspartner die Grundlage aller unserer Bemühungen.

Wie gedenkt die CS in der Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Stiftungen weiter zu verfahren?

Unsere Bank verfügt über viel Expertenwissen bei der Errichtung und dem Management von gemeinnützigen Stiftungen und ähnlichen Organisationen. Wir bieten eine ganzheitliche Beratung aus einer Hand und involvieren alle Experten innerhalb unseres Instituts, um das Vermögen einer Stiftung zu erhalten, zu vermehren oder dem jeweils definierten Zweck zuzuführen. Hierbei spielen auch Nachhaltigkeit und die entsprechenden Ziele der vereinten Nationen eine bedeutende Rolle. Durch die Verinnerlichung dieser essenziellen Themen ermöglichen wir unseren Partnern, ihr finanzielles Konzept zweckorientiert auszurichten.

Was möchten Sie der Fundraiso-Leserschaft zum Schluss noch mit auf den Weg geben?

Das philanthropische Engagement ist fester Bestandteil unserer Kultur bei der Credit Suisse und unserer persönlichen Werte. Themen wie professionelles Fundraising, fokussierter Austausch mit anderen Stiftungen, Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien, Impact Investing, oder auch Weiterbildungsmodule für Stiftungsräte sind es, welche unsere Stiftungspartner primär beschäftigen. Sehr gerne sind wir jederzeit bereit, uns mit gemeinnützigen Organisationen über diese und weitere Anliegen unverbindlich auszutauschen.

Besten Dank für das Interview, Herr Lüthi. Wir freuen uns, in der nächsten Ausgabe mehr über das Kompetenzzentrum für gemeinnützige Stiftungen der Credit Suisse zu erfahren.

Veröffentlicht unter Interview, Stiftungen Schweiz

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