Dank Plattformen wie Kickstarter, 100 Days, I Believe In You, Projektstarter, Startnext oder I Care For You hat sich Crowdfunding mittlerweile als Instrument für die Schwarmfinanzierung innovativer Projekte oder Geschäftsideen etabliert. Und auch für NPO ist Crowdfunding keine Unbekannte mehr. Es stellt für die auf Ressourcen angewiesenen NPO eine sinnvolle Alternative zur Finanzierung von Projekten dar. NPO öffnen sich erst nach und nach dieser Finanzierungsmöglichkeit. So können - allen anderen voran - vor allem die Kultur-, Musik- und Filmszene auf erste Erfahrungen zurückgreifen.

Das Konzept des Crowdfundings basiert auf einer Vielzahl von Menschen (Crowd), die finanzielle Mittel (Fund) für kulturelle, soziale oder kommerzielle Projekte zur Verfügung stellen. Die Kommunikation zwischen der Crowd (Investoren/Leistungsermöglicher) und dem Kapitalnehmer (in dem Fall die NPO als Leistungserbringer) ist internetbasiert - ebenso das Sammeln der finanziellen Mittel. Die Internetcommunity generiert in einem vorher definierten Rahmen, in dem beispielsweise eine zeitliche Komponente (meist 30, 50 oder 80 Tage), Beteiligung am Projekt oder auch Gegenleistung definiert werden, die nötigen finanziellen Mittel für die Realisation des Projektes.

Ausführliche Projektbeschriebe, Videos und Fotos sind unerlässlich für das erfolgreiche Durchführen solcher Crowdsourcing-Kampagnen. So kann durch viele kleine Spenden Grosses erreicht werden. In den meisten Fällen kommt auch das Alles-oder-nichts-Prinzip zur Anwendung: wird der anvisierte Betrag über den vorher definierten Zeitraum erreicht, fliesst das Geld und das Projekt kann realisiert werden. Anderenfalls fliessen die Beträge wieder zurück zu den Geldgebern.

Gründe für die (noch) vorherrschende Zurückhaltung von NPO gegenüber Crowdfunding sind vor allem:

  • nicht ausreichende finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen,
  • fehlendes Know-how,
  • die manchmal irrige Meinung, keine geeigneten Projekte zu haben.

Dennoch ist Crowdfunding als Instrument ernst zu nehmen, um bestehende Unterstützer zu aktivieren oder um neue Spender zu gewinnen. Der demographische Wandel und die sich verändernde Mediennutzung stellt NPO vor neue Herausforderungen.

Durch Crowdsourcing eröffnet sich die Chance, junge Leute direkt und online über "deren" Medium anzusprechen und zu mobilisieren. Hinzu kommt die Möglichkeit, Zielgruppen zu erreichen, die einer NPO mit herkömmlichen Fundraising-Methoden möglicherweise entgehen würden. Für kleinere Organisationen, die ihre Gelder über traditionelle Wege akquirieren, ist das Beobachten der Crowdfunding-Szene essentiell, um die Verschiebung des Spendermarktes in den digitalen Bereich nicht zu verpassen und um entsprechendes Know-how aufzubauen.

Martin Waldau
Projektleiter Digitale Medien

Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Wirtschaft
martin.waldau@fhnw.ch

FHNW Logo

Öffentlich Kommentieren