5. Artikel der Blogreihe mit SwissFoundations!

Stellen Sie sich vor, Sie sind Direktorin oder Geschäftsführer einer kleinen oder mittleren Kulturstiftung und haben diverse übergeordnete Fragen zur Förderpraxis Ihrer Stiftung, bei denen Ihnen auch der Stiftungsrat nicht weiterhelfen kann. Was tun? Sie wenden sich an SwissFoundations und die Geschäftsstelle vermittelt Sie in diesem Fall an den Arbeitskreis Kunst und Kultur. Der Arbeitskreis, dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener grösserer und kleinerer Kulturstiftungen der Schweiz angehören, trifft sich regelmässig zweimal im Jahr. Er bietet einerseits an diesen Sitzungen Inputs zu Förderthemen an, wie beispielsweise wirkungsorientiertes Fördern. Anderseits lassen diese Sitzungen viel Raum für die persönliche Vernetzung unter den Kulturstiftungen, bei der individuelle Anliegen auch bilateral besprochen werden können.

Es gibt übrigens zu den unterschiedlichsten Themen Arbeitskreise bei SwissFoundations.

Für das Stiftungssymposium "Beyond the Comfort Zone" in Thun 2019 wurden die Arbeitskreise angefragt, ob sie ein Themenforum zu einem relevanten Thema anbieten würden. Für den Arbeitskreis Kunst und Kultur war das die Gelegenheit, wieder einmal ein wichtiges kulturpolitisches Thema aufs Tapet zu bringen. Denn wer, wenn nicht die Stiftungen selbst, weiss, wo der Schuh drückt und welche Themen innerhalb der Stiftungen unbedingt diskutiert werden müssen.

Wir vom Arbeitskreis Kunst und Kultur haben uns für einen Workshop zum Thema "Feuilleton am Ende – eine neue Rolle für Kulturstiftungen?" entschieden. Unzählige Schweizer Stiftungen unterstützen gemäss ihrem Stiftungszweck Kulturinstitutionen und Kulturprojekte. Die Kunst- und Kulturproduktion wächst und gedeiht. Im Gegenzug dazu verschwindet der Kulturjournalismus, das Feuilleton wird Seite um Seite reduziert und ein öffentlicher Diskurs über Kulturproduktionen fehlt. Die Publikumspresse kann ihre Rolle als Vermittlerin immer weniger wahrnehmen. Den Institutionen und Projekten fehlen das informierte Publikum und eine breite Öffentlichkeit. Nun stellt sich die Frage, ob Stiftungen auf dieses Missverhältnis reagieren sollen? In unserem Themenforum wird der Publizist Roger de Weck in einem Inputreferat über diese Problematik nachdenken und die wichtigsten Fragen umreissen. Direkt im Anschluss werden wir uns in der Podiumsdiskussion mit einer Stiftungsvertreterin, einer Stimme aus der Theorie der Kulturpublizistik und Roger de Weck darüber austauschen, ob es eine Medienförderung im Kulturbereich braucht und wie diese aussehen könnte.

SwissFoundations steht uns bei der Organisation mit Rat und Tat beiseite. Die Geschäftsstelle denkt mit, hilft uns bei der Vernetzung, vermittelt Referenten und Podiumsteilnehmende und schliesslich nimmt sie unsere Anliegen ernst.
Wir freuen uns auf angeregte Diskussionen zur Medienförderung im Kulturbereich. Kommen Sie doch auch und reden Sie mit!


Nathalie Unternährer

Co-Leiterin des Arbeitskreises Kunst und Kultur und Leiterin der Abteilung Kultur der Christoph Merian Stiftung.

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