Grafik-Gesuch

Wie sieht das perfekte Gesuch an eine Stiftung aus? Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Stiftungstypen machen. In der Praxis gibt es zwei verschiedene Arten von Förderstiftungen: Ehrenamtlich geführte Organisationen versus professionell geführte Einrichtungen. Bei professionell geführten Stiftungen ist in der Regel eine Webseite vorhanden, die Stiftung betreibt allenfalls sogar ein Büro und man kann einen Erstkontakt per Email/ Telefon aufnehmen. Entsprechend klar vorgegeben werden die Formvoraussetzungen für ein Gesuch. Oft mittels eigenen Gesuchsmasken oder -formularen. Ehrenamtlich geführte Stiftungen sind nicht so zugänglich. In den meisten Fällen kennt man nicht mehr als den Stiftungszweck aus dem Handelsregistereintrag. Die Antwort auf ein Gesuch gleicht dem Resultat eines Lotteriespiels. Folglich kann man sich bei diesen Stiftungen gegenüber der Konkurrenz abheben, indem man sich an einige universelle Vorgaben hält.

Was gilt es zu beachten bei einem Gesuch an eine ehrenamtlich geführte Stiftung?

1) Frankiertes Antwortcouvert beilegen:
Wenn eine Stiftung viele Anfragen beantworten muss, können nur schon die Portokosten ins Geld gehen. Deshalb darf eine Stiftung erwarten, dass eine Anfrage ein vorfrankiertes Antwortcouvert bereit hält. Das Format des Briefumschlages sollte A3 sein. Die Stiftung schickt bei einer Absage die Gesuchsunterlagen zusammen mit der Absageerklärung zurück.

2) Keine telefonische Kontaktaufnahme mit den Stiftungsräten:
Öffnet sich eine Stiftung gegen aussen nicht, ist es in der Regel geplant. Entsprechend kann davon ausgegangen werden, dass eine Stiftung den Entscheid sehr bewusst gefällt hat, keine Webseite oder Telefonnummer der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der Betrieb eines Telefons ist zeitaufwändig. Nicht jede Stiftung kann sich das leisten. Eine Kontaktaufnahme soll nur brieflich erfolgen. Es ist deshalb äusserst unerwünscht die Personen hinter der Stiftung privat zu kontaktieren. Keine Telefonanrufe an die Privatnummer! Sollten persönliche Beziehungen vorhanden sein, ändert sich die Sachlage.

3) Hauptdokumente sollten übersichtlich und kurz gestaltet werden:
Jedes Gesuch besteht aus Projektbeschrieb, Budgetplan und Lebenslauf der/ des Initianten. Wir empfehlen den Projektbeschrieb kurz zu halten (maximal 3 A4-Seiten). Ist dies nicht möglich, sollte zumindest ein "knackiges" Management-Summary vorhanden sein. Der Budgetplan ist in der Regel auf eine Seite zu beschränken, genau so wie der Lebenslauf. Versetzen Sie sich in die Lage des Lesers/ der Leserin.

Verfügen ehrenamtlich geführte Stiftungen über weniger Kapital als professionell geführte Stiftungen?

Diese Frage stellen sich viele Personen. In der Tat sind es grosse Stiftungen mit viel Kapital, welche ein Büros mit Angestellten betreiben können. Kleineren Stiftungen fehlen die Ressourcen dazu. Diese Tatsache erlaubt jedoch keinen Umkehrschluss. Vermögensstarke Stiftungen müssen kein Büro haben und können gar ehrenamtlich geführt werden. Es wäre auch nicht durchdacht zu äussern, dass nur grosse Stiftungen hohe Beträge sprechen. Auch kleinere Stiftungen können für ein Projekt einen hohen Betrag sprechen. Den Fokus im Fundraising auf ausschliesslich grosse Stiftungen zu setzen kann deshalb falsch sein. Weitere Informationen zum Thema Stiftungsvermögen finden Sie hier.